Ich weiß, wie sich „alles normal" anfühlt, während man selbst am Boden ist
„Die Symptome sind da, aber niemand glaubt dir. Und das darf nicht sein."
Ich bin Doktorand der Medizin, selbst auf TRT, und weiß aus eigener Erfahrung, was ein unerkannter Testosteronmangel mit einem Mann macht. Ich habe mich jahrelang durch ein stigmatisiertes Thema gekämpft, in das sich kaum jemand hineinversetzt, und mache heute genau das zu meiner Aufgabe: Männer aufklären und begleiten, damit sie nicht dieselbe Odyssee durchlaufen wie ich.
- 24 Jahre, Doktorand der Medizin, selbst auf TRT
- Medizinstudium in Lübeck, aktuell im letzten Tertial des Praktischen Jahres, lebe in Hamburg
- Aus dem Leistungssport, Promotion in der Sportmedizin (Verletzungsprävention im Jugendsport)
- Fokus der letzten Jahre: Männergesundheit, Hormone und Leistungsfähigkeit
- Selbst über Jahre von Testosteronmangel betroffen, heute selbst in Therapie
- Rolle: Aufklärung und Einordnung, das ärztliche Behandeln liegt bei Ärztinnen und Ärzten
Meine Rolle ist Aufklärung und Einordnung. Ich stelle keine Diagnosen, ich verschreibe nichts, und ich entscheide nicht über Behandlungen. Das liegt bei der Ärztin oder dem Arzt, der dich behandelt. Ich sorge dafür, dass du dort vorbereitet ankommst und verstehst, worüber ihr sprecht.
Meine ganze Geschichte lesen
Ich bin lange mit einem Testosteronmangel rumgelaufen, ohne es zu wissen. Antrieb, Fokus, Libido, Energie, alles ließ nach, in einem Alter, in dem das niemand erwartet. Und ehrlich: Ich hab mich lange nicht mal getraut, damit zum Arzt zu gehen. Als Mann redet man über sowas nicht gern.
Als ich mich dann endlich getraut habe, wurde ich belächelt. „Das wird schon. Stress. Ihre Werte sind normal." Ich ging genauso ratlos wieder raus, wie ich reingekommen war. Aber ich wusste, dass etwas nicht stimmte.
Also habe ich angefangen, mich durch die Literatur zu arbeiten. Nicht überflogen, sondern über Wochen wirklich reingekniet, bis ich verstanden hatte, wie Referenzbereich und Optimum, freies Testosteron und SHBG tatsächlich zusammenspielen. Und auf einmal ergab alles Sinn. Meine Werte waren „normal", für mich aber viel zu niedrig.
Ich kenne diese Geschichte von beiden Seiten: erst als Patient, dem keiner richtig zuhört, heute von der fachlichen Seite. Genau deshalb weiß ich, wie sich das anfühlt. Ich bin selbst richtig eingestellt, Energie und Klarheit sind zurück. Und ich mache für andere Männer genau das, was mir damals keiner gemacht hat: ihnen helfen, ihre Werte und Symptome wirklich zu verstehen, bevor sie Jahre verlieren.
Für mich ist das mehr als ein Gespräch über Werte. Mein eigener Weg hat mir gezeigt, wie wenig die Medizin auf Männergesundheit schaut. Ich will, dass sich das ändert: das Thema größer machen, die Dinge ansprechen, über die Männer sonst schweigen, und ihnen helfen, ihre Lebensqualität zurückzuholen.
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